Die verschiedenen Prüfverfahren der Zerstörungsfreien Werkstoffprüfung können grob in Volumenverfahren
und Oberflächenverfahren unterteilt werden. Die Ultraschallprüfung zählt zu den Volumenverfahren, da mit
ihrer Hilfe das Werkstoffinnere auf Ungänzen und Fehlstellen untersucht werden kann.

Soweit die Geometrie des Werkstückes / Prüfobjektes es zulässt, kann nahezu sein gesamtes Volumen
erfasst und beurteilt werden. Große Bedeutung kommt bei diesem Prüfverfahren der Qualifikation und Erfah-
rung des UT-Prüfers zu.

Dieser muss sowohl in der Lage sein, entsprechend der Prüfaufgabe den richtigen Prüfkopf und die richtigen Geräteeinstellungen zu wählen, als auch eine fachlich korrekte Auswertung der Prüfergebnisse vorzunehmen.

Wird zum Beispiel ein in Abmessung und Frequenz unpassender Prüfkopf ausgewählt, ist es möglich, dass
Fehlstellen bestimmter Größe und Tiefenlage nicht nachgewiesen werden können. Gleiches gilt für ein nicht
korrekt justiertes Gerät.

Um den Schall zur Prüfung in das Werkstück einzuleiten, wird in der Regel ein Medium wie Öl, Koppelgel,
Kleister oder Wasser auf die Öberfläche des Prüfstückes aufgetragen. Diese sollte nicht zu rauh und frei von
Rost, Schweisspritzern, Dreck und Verunreinigungen sein.

Der Prüfkopf kann danach per Hand oder maschinell auf der Oberfläche des Prüfobjektes angekoppelt und
der Prüfbereich abgetastet werden.

Wird der nun eingeleitete Schall an einer Grenzfläche (dies können zum Beispiel die Rückwand des Prüfob-
jektes, eine Ungänze, nichtmetallische Einschlüsse, eine Materialtrennung oder ähnliches sein...) reflektiert
und zum Prüfkopf zurückgeworfen, wird ein entsprechendes Signal an das Ultraschallgerät weitergeleitet.

Beim konventionellen Ultraschallgerät werden diese "Reflektionsechos" als Amplituden in entsprechender
Tiefe und mit einer bestimmten Höhe auf dem Bildschirm dargestellt.

Je nach Bewertungsmethode werden diese Amplituden dann direkt mit den Echos von Reflektoren bekannter
Größe verglichen ( Vergleichskörpermethode ), oder aber näherungsweise unter Berücksichtigung des Schall-
druckes, der Entfernung zum Prüfkopf und des Werkstoffes mit errechneten Reflektorgrößen (AVG-Methode).

Die Ultraschallprüfung ist eine der bewährtesten und am häufigsten eingesetzten Methoden, wenn es darum
geht, das Innere von Werkstücken zu beurteilen ohne diese zu zerstören.

Für Bauteile mit hohen Anforderungen, ist eine Kombination aus Ultraschallprüfung und Magnetpulver- oder Farbeindringprüfung zu empfehlen, da so eine höchstmögliche Sicherheit bezüglich des Auffindens von Volu-
men und Oberflächenfehlern gegeben ist.